{et cetera} Der 10. Monat, Geburt und das Wochenbett. Oder: Über das Mamawerden.

Nach einer langen Pause melde ich mich nun wieder hier zurück. Soviele Ideen und Themen schwirren mir momentan im Kopf herum und ich hoffe, dass ich die Zeit finde, um sie niederzuschreiben.

Heute ist der 6.12. Nikolaus. Und ich sitze hier eingekuschelt auf der Couch mit einem schlafenden Wunder im Arm und tippe diese Zeilen. Der 10. Monat meiner Schwangerschaft begann mit einer wundervollen Überraschung: Der Babyparty! Nichtsahnend kam ich mit meiner Schwester vom Wochenmarkt nach Hause und da standen sie alle in unserem Esszimmer und überraschten mich. Dies war ein so toller Tag und ich war ganz selig. Die nächsten Tage und Wochen vergingen ruhig und ich wurde immer ungeduldiger. Ich wollte endlich mein Baby im Arm halten. In der Nacht zum 28.09. hatte ich Wehen. Jedoch unregelmäßige, weshalb wir zuhause blieben. Morgens ging ich dann zu meiner Hebamme, die mir sagte, dass mein Kind erst kommen würde, wenn mein Körper ausgeruht sei (Ist es nicht Wahnsinn, wie sehr Körper und Baby zusammen arbeiten?). Sie verordnete mir Bettruhe. Ich machte es mir also zuhause gemütlich und hörte ein Hörbuch. Am nächsten Tag abends ging es dann los. Wehen im 2-3 Minuten Abstand und wir fuhren in die Klinik, in der morgens unser Kind spontan zur Welt kam. Es war magisch und auch die Tage danach waren es. Mein Leben war von jetzt auf gleich auf den Kopf gestellt. Ich war nun Mama und mein Herz lief fortan außerhalb meines Körpers herum. Ich muss zugeben, dass ich nicht damit gerechnet hatte, dass es sich so anfühlt. Ich dachte (auch wenn das jetzt vielleicht etwas blauäugig klingt), dass nach der Geburt alles super ist. Man hat sein Kind im Arm und schiebt es lachend nach Hause. Pustekuchen. Zu der Liebe, die ich fühlte, kam auch die Angst hinzu. Angst etwas falsch zu machen, Angst dieses kleine Zauberwesen zu verlieren. Die Tage nach der Geburt waren wie verzaubert, ich konnte meine Augen nicht von meinem Kind lassen. Voller Bewunderung versuchte ich mir alle Gesichtszüge und Ausdrücke und seinen Duft einzuprägen (Ja ich gebe zu, es geht mir immer noch so). Und dann war da noch diese schreckliche Angst, die mich weinen lies. Ich fühlte mich so sensibel und verletzlich. In dieser Zeit zwischen Glückseligkeit, Liebe, Dankbarkeit, Verletzlichkeit und Traurigkeit waren mein wundervoller Partner und meine Hebamme für mich da. Und ich habe diese Zeit gebraucht. 4 Wochen hat es gedauert bis ich angekommen bin im Muttersein.

Und jetzt? Jetzt fühle ich mich stärker als je zuvor.

Warum erzähle ich überhaupt davon? Ich denke, dass über die Zeit nach der Geburt viel zu wenig gesprochen wird. Es scheint mir fast ein Tabuthema zu sein. Das finde ich unglaublich schade. Für mich war es so wichtig, darüber zu sprechen und meine Gefühle zuzulassen. Alles, was ich fühlte durfte da sein. Und ich bin überzeugt davon, dass es von Bedeutung war, es anzunehmen, um da durchzukommen und gestärkt aus der Situation herauszukommen. Mir sind in den letzten Wochen so viele Ideen und Themen in den Sinn gekommen, die ich ansprechen möchte und hoffe, dass ich das umsetzen kann.

Ich wünsche dir einen Frohen Nikolaus und eine besinnliche Adventszeit!

Bis bald.

Avesta.

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5 Kommentare zu „{et cetera} Der 10. Monat, Geburt und das Wochenbett. Oder: Über das Mamawerden.

  1. So schöne Worte, die du da niedergeschrieben hast! Auch ich finde, dass über die Zeit nach der Geburt vieö zu wenig Gesprochen wird. Oft geht man als werdende Mama mit ganz anderen Erwartung an das ganze Thema.
    Ich freue mich sehr für dich, dass fu angekommen bist und dein neues Leben scheinbar sehr genießt!
    Sei ganz lieb gegrüßt und vielleicht bis bald,
    Bini

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Bini! Danke für diesen lieben Kommentar. Ja die Erwartungen sind wirklich anders :). Ich habe meine Hebamme gestern mal um ein Interview gebeten und sie hat ja gesagt. Bin mal gespannt wie das wird. Ich würde mich freuen wenn wir uns bald mal Wiedersehen! Ganz liebe Grüße an dich!
      Avesta

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  2. Meine Liebe, ganz geschrieben. Ich hatte das bei meinem ersten Kind auch. Ich kannte nie negative Gedanken oder Depressionen. Aber auf einmal waren sie da und zum Glück und lehrbuchhafter Weise, nach 5 Tagen wieder verschwunden. Aber es war sehr schwer! Geniesse die Zeit mit deinem Wunder!!!

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Didi,
      Entschuldige, dass ich jetzt erst antworte. Der Kommentar ist irgendwie unter gegangen. Vielen lieben Dank für deine ehrlichen Worte. Die Wochenbettzeit ist eine sehr intensive Zeit und auf manches ist man gar nicht vorbereitet. Ich glaube dir, dass es sehr schwer war. Umso mehr freue ich mich, auf Instagram zu sehen, wieviel Freude du mit deinen Mäusen und eurem stilvollen Haus hast! :)
      Ganz liebe Grüße an dich!
      Avesta

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